Auch die Gemeinschaft zählt (Bericht aus der Norddeutschen vom 12.06.2016 Teil 2)

Jury des Bundeswettbwerbs Wohneigentum besucht die Siedlergemeinschaft Aumund I.

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Die Mitglieder der Jury machten bei Ihren Rundgang auch Station im Garten der Familie Greive, der sehr naturnah genutzt wird.

Aumund. In einem großen Reisebus kamen die Mitglieder der hochrangige Jury vom Verband Wohneigentum (VbW) unter der Schirmherrschaft von Bundesministerin Dr. Barbara Hendricks in der Apoldaer Straße an. Aufgeregt erwarteten Mitglieder der Siedlergemeinschaft Aumund I die Experten, die bewerten sollen, wie nachhaltig, ökologisch und sozial engagiert die Aumunder Gemeinschaft dasteht. Unter der Leitung von Dr. Wolfgang Preibisch (Vertreter Bundesministerium für Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit) beurteilen Martin Breibach (Dipl.-Ing. Gartenbau), Manfred Jost (Vorsitzender VbW Saarland), Rolf Müller (Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung), Heinrich Rose (Architekt) und Petra Uertz (Bundesgeschäftsführerin VbW) den diesjährigen Besten des Landes Bremen. Zwei Stunden haben sie eingeplant, um insgesamt mehr als 30 Kriterien zu überprüfen. Vor allem beim Punkt „Sozial engagiert“ können die Aumunder auf gute Beurteilungen hoffen. Da hilft sicher auch, dass der Ortsamtsleiter Heiko Dornstedt in seiner Begrüßung darauf hinweist, dass die Siedlergemeinschaft sich in vielen Projekten engagiert: Beteiligung beim Spielplatzbau, die Ausrichtung von Festen, EDV-Kurse für ältere Mitbürger, vergünstigte Fahrten, Fahrradwerkstatt für Schulkinder – um nur einige Beispiele aus den vielfältigen Leistungen zu nennen, die vom rührigen Verein angeboten werden. Aber auch ein Gang durch die umliegenden Straßen soll den Jury-Mitgliedern einen Eindruck der Siedlung vermitteln. Die Besichtigung eines altengerechten, barrierefreien Neubaus steht dabei im Gegensatz zu einer behutsamen Renovierung eines alten Siedlungshauses, das mit Wandheizung und Lehmputz im Haus und einem naturnahen Garten ökologischen Gesichtspunkten den Vorzug gibt. Hier wie dort wird Wert auf eine möglichst effiziente Heizung Wert gelegt und darauf. Die Kommission zeigt sich beeindruckt, sieht aber auch hier und da Kritikpunkte, die ebenso wie die positiven Eindrücke alle akribisch in den Bewertungsbögen festgehalten werden.

Jedes Jury-Mitglied hat dabei seinen Schwerpunkt. Der eine achtet besonders auf die Umweltaspekte, den nächsten interessiert mehr, ob die Häuser barrierefrei und auf langfristige Bewohnbarkeit, angepasst an die jeweilige Lebensphase, ausgelegt sind. Viel zu kurz ist die zur Verfügung stehende Zeit, und der ehemalige erste Vorsitzende der Siedlergemeinschaft, Manfred Baumgart, hat zusammen mit dem jetzigen Leiter Michael  Jaskiewitz viel zu tun, um der Jury alles nahe zu bringen, was die Aumunder Gemeinschaft auszeichnet. Gegen Mittag steigen die Prüfer wieder in ihren Bus, machen sich nach acht Tagen Rundreise durch die Republik in Richtung Bochum auf den Weg zur letzten Besichtigung. Egal, auf welchem Platz die Siedlergemeinschaft landet; zwei Vertreter werden bei der Siegerehrung am 30. September in Berlin dabei sein und von dort – vielleicht – mit einem Pokal zurückkehren.